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Joanne K. Rowling: Die Märchen von Beedle dem Barden, Aus dem ursprünglichen Runen übertragen von Hermine Granger und aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz, Carlsen Verlag, Hamburg 2008, 110 Seiten, €12,90
So wie jedes Kind bei uns die Grimmschen Märchen und die wundervollen Kunstmärchen von Hans Christian Andersen oder Wilhelm Hauff kennt, ist die Zaubererwelt mit den Märchen von Beedle dem Barden vertraut. Nur Harry und Hermine haben keine Ahnung vom Hüpfenden Topf, von Babitty Rabitty oder dem Brunnen des wahren Glücks. Da kann Ron nur die Schulter zucken.
Damit Harry und Hermine ihren Kinder nicht nur Schneewittchen, Aschenputtel und Hänsel und Gretel vorlesen, sondern auch die fünf Zauberermärchen zückte J.K.Rowling die Feder. Diese Märchen stammen aus dem Nachlass von Professor Dumbledore und durften nun mit Erlaubnis der Leiterin von Hogwarts, Minerva McGonogall, veröffentlicht werden. Am herrlichsten lesen sich die kritischen Anmerkungen von Dumbledore zu den einzelnen Märchen. Und da sickert wieder der wunderbare Humor von J.K.Rowling durch, der in den letzten Harry Potter - Bänden leider im Hintergrund verschwunden ist.
Wie immer geht es auch in den Märchen für Zauberer um alles, was auch Menschen bewegt – die Liebe, den Generationenkonflikt, Moral, die Suche nach dem Glück, den Tod, Vorspielung falscher Tatsachen, Gerechtigkeit und Zauberkunst natürlich. Wie die Brüder Grimm die Volksmärchen bearbeitet haben und Verlage auch so genannte gekürzte Ausgaben herausbringen, so gibt es auch von den Zauberermärchen gereinigte Fassungen, z.B von Mrs Bloxam. Ein Ausschnitt findet sich auch in diesem Buch und J.K.Rowling macht es ungeheuren Spaß, ihre eigenen Märchen auf die Schippe zu nehmen. Dabei wird mit ironischen Kommentaren nicht gespart. Seltsam kurz und simple in den Botschaften sind die Märchen von Beedle dem Barden geraten, da haben sich die Menschen mit ihren Haus- und Volksmärchen schon mehr Mühe gegeben. Sie hatten allerdings Jahrhunderte lang Zeit, bevor das mündlich Vorgetragene dann endlich schriftlich festgehalten wurde.
Wer wieder Lust hat, die Muggelwelt zu verlassen und den Zauberern zu folgen, der sollte dieses Buch lesen, denn Dumbledores Anmerkungen sind es allemal wert.
Das Honorar für dieses Buch spendet die Autorin an ihre Hilfsorganisation „Children's High Level Group“.
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