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REZENSION von Karin Hahn |
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Marjolijn Hof: Tote Maus für Papas Leben, Aus dem Niederländischen von Meike Blatnik, Bloomsbury Kinder & Jugendliteratur, Berlin 2008, 104 Seiten, €9,90 Die elfjährige Kiki sorgt sich um ihren Vater. Er ist Arzt und hält sich erneut in einem Krisengebiet auf, um zu helfen. Doch diesmal ruft der Vater nicht an, er wird vermisst. Die Mutter und Kiki sorgen sich um sein Leben. Kiki kommt auf eine fixe Idee. Sie denkt viel über die Wahrscheinlichkeiten im Leben nach und findet heraus, dass es zum Beispiel in ihrer Klasse kein Mädchen gibt, dass ihren Hund und ihren Vater verloren hat und am allerwenigsten: Ein Mädchen, dass ihre Maus, ihren Hund und ihren Vater verloren hat. Kiki wünscht sich nach der Abreise ihres Vaters eine Maus und ihre Mutter willigt ein. Doch sie bringt es nicht über sich diese zu töten. Also kauft sie sich eine bereits kranke Maus und hofft nun, wenn diese stirbt, dass die Rettung des Vaters nur noch eine Frage der Zeit ist. Allerdings erreicht Kiki noch immer keine Nachricht vom Vater. Kiki versucht einen alten Hund zu bekommen und bringt sein Leben in Gefahr. Die 14 Jahre alte Mona soll dran glauben, denn dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass der Vater überleben könnte noch größer. Kiki sieht ein, dass sie ihren Vater durch den Tod anderer Lebewesen nicht retten kann. Doch wie gehen Kinder mit ihrer Hilflosigkeit um, mit den Ängsten? Kinder haben keine Schutzmechanismen, die ihnen helfen, die ungewissen Zeiten zu überstehen. Kikis Mutter stürzt sich ins Restaurieren eines alten Schrankes, Kikis Oma erklärt die Ereignisse mit den charakterlichen Anlagen ihres Sohnes, der schon immer ohne Rücksicht auf andere die Gefahr gesucht hat. Am Ende stellt sich heraus, dass der Vater durch eine Mine schwer verletzt wurde und ihm ein Bein amputiert werden muss. Die Ängste des Kindes um den Vater hat Marjolijn Hof sehr ernst genommen. Aus der Perspektive des Kindes erzählt die niederländische Autorin überzeugend und mit einer wunderbaren Sprache. Der Kummer des Kindes und seine Eigenwilligkeit berühren. Ein außergewöhnliches Buch!
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